Um euch einen kleinen Einblick ueber das Projekt Los Cedros zu geben habe ich 2 Tagebuchausschnitte von meiner zweimonatigen Voluntaerszeit gewaehlt.
Mittwoch 8.Oktober 2008
Als ich morgens bei herrlichen Sonnenschein aufwachte, wusste ich noch nicht was mich erwartete. Das einzige sichere war,das ich heute endlich meine neue Projektstelle zu sehen bekomme.Ein Ort, der wohl eins der abgeschiedensten Orte im ecuadorianischen Nebelwald dar stellt, aber gleichzeitig ueber warmes Wasser bzw Internet verfuegen sollte.
Ich wusste auch schon, dass es ca. 5 h Fussmarsch werden und wir dabei fast 1000 Hohenmeter auf ca. 1400 Meter bewaeltigen muessen/ duerfen. Zudem hatte ich ausser Viktor,der mich ja mit den Muhls abholen kommt, noch einen weiteren Weggefaehrten,Santiago.
Als Viktor um 11Uhr bei bereits wahrnsinniger Hitze in El Chontal ankam, gab er uns bescheid nach einer Stunde Pause aufzubrechen.
Wir wollten allerdings keine Sekunde verschwenden und erklaerten ihn schon vorzugehen( er sollte uns auf etwa halber Strecke eh einholen).
Meinen grossen Rucksack ueberliess ich natuerlich Viktor und den Muhls. Nach etwa 30 minuten waere ein weiterkommen ohne Gummistiefel bereits unmoeglich.Wir sunken teilweise fast ein ganze Stiefellaenge in den Schlamm ein und begriffen schnell dass die vor kurzen angeschrieben 11Km nach Los Cedros kein Zuckerschlecken werden.(spaeter stellte sich heraus,dass es fast 20km seien sollten).
Nach ca. 2h erreichten wie ziemlich erschoepft das Dorf Magdalena Alto(Alto steht fuer Hoch).Es gibt also auch Magdalena Bajo( Bajo steht fuer tief). In Magdalena Alto konnten wir uns mit kalter Limonade und Keksen staerken. Fuer uns stand fest,hiermit die Haelfte geschafft zu haben.Nie im Traum dachten wir daran noch weitere 4 h laufen zu muessen.
Mit dem ueberqueren des Flusses Magdalena begann allerdings erst das echte Abenteuer.Die Wege wurden immer schmaler und die Nebelfelder kamen immer dichter. Mittlerweile konnten wir viel mehr Leben feststellen.Unsere Wegbegleiter waren bunte Voegel,Geraeusche von Affen,100 meter lange Ameisenkolonien die riesige Blaetter davon trugen, Fruechte von denen ich nicht einmal wusste dass sie existieren und ein Geruch,den ich nur aus dem Botanischen Gewaechshaus in Berlin kannte.
Mittlerweile hatte uns auch Viktor eingeholt.Nun bestand die Chance auf den Mullahs weiterzureiten.Ich wollte jedoch bis zum Schluss durchhalten und verzichtete auf das verlockende Angebot.
Nach ca. 6 h Fussmarsch lag sie vor uns ,die Los Cedros Lodge.Dort angekommen empfing uns Jose. Was ich ueberhaupt nicht wusste, Jose ist vor ca. 25 Jahren nach Ecuador aus den Vereinigten Staaten ausgewandert und lebt seit jeher hier oben abgeschieden von dem Rest der Welt.Vor 20Jahren kaufte er das ganze Gebiet nach und nach auf und machte daraus ein Naturschutzgebiet.
Ich bin wirklich gespannt, was mich in den naechsten Wochen erwartet.
Sonntag 23.November
Der Sonntag sollte um einiges spektakulaerer sein als der gestrige Tag. Dave,George und Ich machten uns bei herrlichen Sonneschein auf dem Weg zum beruehmten Camino de Mono. Wir wollten es einfach noch einmal wissen, ob der Baer sich nicht doch noch irgendwo herumtreibt.
Bereits nach 10min. machten wir die erste Entdeckung. Ein Chessnut Mandable Tukan( ein riesen Tukan mit schwarz/ gelben Schnabel). Ich sah ihn zuerst direkt vor meiner Nase wegfliegen und danach beobachten wir ihn allerdings aus weiterer Entfernung mit dem Fernglas.Er unterhielt sich mit einem anderen Tukan zwei Baumkronen weiter.
Die naechste Entdeckung folgte kurz nach Beginn des Camino de Mono. Wir spotteten ein Tiger- Herin. Eine Art Reier, welches sich in Flussnaehe aufhaelt.
Die Entdeckung des Tages erfolgte allerdings nach halber Strecke. Um unsere Chance zu erhoehen liefen wir in einem Abstand von 50m. Da George vorne weg lief war er der Erste, der die Howler Monkeys(Bruellaffen) zu Gesicht bekam. Sie heissen nicht umsonst Bruellaffen.Durch den riesen Laerm den sie verursachten, kamen Dave und Ich regelrecht angesprintet um sie nicht zu verpassen.
Wir beobachten das Schauspiel der 5 Affen( 2.Babies) fuer ca. 15min.
Dann liessen wir Sie wieder alleine,hatten allerdings unsere Mittagspause ganz in der Naehe.Das Geraeusch der Bruellaffen verfolgte uns fasst bis zum Endes des Caminos. Sie wollten einfach keine Ruhe geben. Wahrscheinlich wurde da selbst der Baer wach und musste wohl sein Baum geraeumt haben bevor wir dort vorbei kamenJ.
Desweiteren sahen wir noch den super bunten Trogon und kleine schwarze Wildschweine.
An diesem Sonntag Abend verabschiedet ich mich relativ schnell ins Bett.
Die Voluntäre befassen sich hauptsächlich mit:
· dem studieren der Tierwelt u.a. Statistiken mit Hilfe vom GPS Gerät für
die Ortung von Affengruppen
· Verbesserung der Wanderpfade
· Repaturen der Flussbrücken
· Helfen im Garten (ökologischer Anbau)
· Helfen in der Küche
· Tourguide für Touristen
· Einfangen der Muhls
hughstimson